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| Meilen und noch viel mehr... Wie man mit der richtigen Strategie die Meilen-, Bonus- und Prämien- programme der Airlines am besten nutzen kann Die Welt Reise 3. Mai 2002 www.heitfeld.biz storydesk@heitfeld.biz |
Der Unternehmer
Ravindra Bhagwanini verwirklichte mit seiner Firma Globalflight im
Frankfurter Raum eine ungewöhnliche Geschäftsidee. Sein
Service richtet sich an geschäftsreisende Vielflieger, die nach
Singapur oder Hongkong oder Chicago jetten und auf jedem Business-Trip
Bonuspunkte sammeln. Globalflight stellt für die Kunden gegen eine
Gebühr von 129 Euro pro Jahr eine individuelle Strategie zusammen,
wie sie am cleversten Punkte sammeln und Prämien einheimsen
können. Bei Lufthansa zum Beispiel gibt es immerhin 500
"Meilenmillionäre", die von der Airline als Status- und
Senatorkunden besonders hofiert werden. Globalflight prüft, auf
welchen Strecken man Business fliegen sollte, auf welchen Strecken
Meilen sammeln, wann ausgeben? Hintergrund: Immer
mehr Airlines, inzwischen auch Charter-Gesellschaften wie etwa Air
Berlin, bieten Prämienprogramme an, die nach dem Muster
traditioneller Rabattsysteme funktionieren. Die Währung heißt
"Meilen", das Zauberwort Kundenbindung. Ob "Miles & More" von
Lufthansa, "Fréquent Plus" von Air France oder "Flying Dutchman"
(Fliegender Holländer) von KLM. Pionier war 1981
American Airlines mit dem Prämienprogramm "AAdvantage". In Europa
folgte Iberia 1992. Lufthansa startete 1993 mit Miles & More und
zählt inzwischen 6,4 Millionen Mitglieder, Air France hat 3,2
Millionen. Für den Verbraucher wird das Netz aus Tarifen,
Kooperationen und Leistungen der Fluggesellschaften und ihrer Programme
immer unübersichtlicher. Das Berechnen der Punkte erfolgt für
Laien nach einer undurchschaubaren Arithmetik. Aber auch der normale
Urlaubsreisende kann mit ein bisschen Know-how und Recherche dafür
sorgen, dass sein Meilenkonto optimal ausgeschöpft wird. Ein
Freiflug nach Dubai, sechs Flaschen Champagner, edle Leder-Accessoires
aus Italien oder einfach ein "Upgrade" in die Business Class sind
durchaus zu erreichen. Wichtig zu wissen: Jede Fluggesellschaft
berechnet ihre "Prämienzonen" anders. Ein Gratisflug von
Frankfurt nach New York schlägt unter Umständen auf dem
Meilenkonto mit derselben Punktzahl zu Buche wie eine Passage von
Frankfurt an die US-Westküste nach San Francisco. Oft gibt es
außerhalb der Hauptsaison auch Sonderaktionen (mit doppelter
Punktzahl bei Ticketkauf und zwanzig Prozent Meilenersparnis bei
Freiflügen), die man aber nur durch gezielte Nachfrage bei den
Fluggesellschaften herausbekommt. Man sollte
aufpassen, ob die angesammelten Meilen unbegrenzt nutzbar sind. Bei
einigen Airlines verfallen sie nach drei Jahren.
Lufthansa-Senator-Meilen zum Beispiel sind lebenslang gültig.
Für Neukunden geben manche Gesellschaften einen
Begrüßungsbonus von 500 oder 1000 Meilen. Man sollte darauf
achten, ob die Meilen beziehungsweise Prämien dafür
übertragbar sind auf Verwandte und Freunde. Es lohnt sich
genau zu checken, welche Fluggesellschaften kooperieren, denn man kann
die gesammelten Meilen auch bei den Partnern wieder "abfliegen". Bei KLM
ist es auf Wunsch möglich, mit Meilen einen Hinflug, zum Beispiel
in die USA, zu bestreiten, ohne den Rückflug buchen zu müssen.
Das Lufthansa-Bündnis "Star Alliance" arbeitet daran, die
Programme der einzelnen Mitglieder zu harmonisieren, sagt Sprecher
Christian Klick. So soll es künftig möglich sein, den Hinflug
- etwa nach Brasilien - mit Lufthansa-Meilen abzufliegen; für den
Rückflug einen Freiflug des brasilianischen Partner-Linie Varig in
Anspruch zu nehmen. Punkte von verschiedenen Airlines für einen
Flug zusammen zu stellen, funktioniert allerdings nicht. Gut zu wissen:
Bei der neugegründeten Airline Swiss werden die früheren
Swissair-Meilen anerkannt. Derweil wird verhandelt, welche
Fluggesellschaft künftig zum Bündnis der "Qualiflyer Group"
gehören wird. Ein genauer Blick
in Sachen Taktik lohnt sich für Vielflieger. Oft geben
Fluggesellschaften für Ziele wie Thailand, den Fernen Osten,
Australien und Südsee viele Meilen als Prämie. Deshalb lohnt
es sich unter Umständen, auf diesen Strecken - also gen Osten -
Meilen zu sammeln. Umgekehrt gibt es Richtung Westen - also in die USA -
für relativ wenig gesammelte Meilen schon Gratisflüge. Meilen
ausgeben lohnt sich also bei Flügen in diese Richtung. Ein direkter
Leistungsvergleich der Programme ist unmöglich, da die Fluglinien
jeweils andere Streckennetze bedienen und viele unterschiedliche Tarife
mit jeweils einer eigenen "Bewertung" von Prämienpunkten
offerieren. Einzige Vergleichsgröße ist die Frage: Wie oft
muss ich eine Strecke bei jeweils einer Airline mit je einem gekauften
Ticket fliegen, um einen Freiflug auf derselben Strecke zu bekommen? Ein Beispiel: Eine
Passage in der Economy Class zum regulären Tarif auf der Strecke
Frankfurt-New York. Bei Lufthansa muss man für einen Freiflug zehn
Mal fliegen, bei Air France hingegen schlagen schon sechs bezahlte
Flüge mit einer Gratis-Passage zu Buche. Die traditionellen
Fluglinien setzen alles daran, um ihre Kunden an sich zu binden.
Inzwischen erhält man Meilen, wenn man bestimmte Zeitungen oder
Zeitschriften abonniert oder auf bestimmte Art seinen Strom bezieht.
Oder, wenn man beispielsweise mit einer Lufthansa-Kreditkarte zahlt,
gibt es pro Euro eine Meile. Auch Hotelketten
und Autovermietungen kooperieren im großen Stil mit Airlines. Das
Ende der Fahnenstange in Sachen Kundenbindung ist noch längst nicht
erreicht. Die Unternehmen orientieren sich am Vielfliegerland USA. Dort
gibt es ganze Zeitschriften zum Thema "Frequent Flyer" (Vielflieger)
sowie Meilenhändler, die in der Grauzone agieren. Bei Delta Air
Lines kann man seine gesammelten Meilen sogar für gute Zwecke, zum
Beispiel Hilfsflüge in Krisengebiete, spenden. In einigen Jahren
sollen sich Prämienpunkte sogar für Trips ins All ausgeben
lassen. Das versprechen zumindest die US-Gesellschaft US Airways und die
Raumfahrtagentur Space Adventures. Ein Service für
Meilenmillionäre. |
Websites zum Thema www.globalflight.de www.vielflieger-website.de www.fernweh.com/links_ vielflieger-programm.htm Home
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